Datenschutz aus Braunschweig

Niedersachsen beteiligt sich an europaweiter Datenschutzprüfung 2026

Fokus auf Transparenz- und Informationspflichten nach Art. 13 und 14 DSGVO

Die Datenschutzaufsichtsbehörden in Europa erhöhen erneut den Druck auf Unternehmen:
Im Rahmen des Coordinated Enforcement Framework (CEF) 2026 startet der Europäische Datenschutzausschuss (EDSA) eine koordinierte Prüfaktion, mit einem klaren Schwerpunkt auf Transparenz und Informationspflichten gemäß DSGVO.

Auch Niedersachsen ist aktiv beteiligt.

Was genau wird geprüft?

Im Fokus stehen die zentralen Vorschriften der DSGVO:

  • Art. 13 DSGVO → Informationspflicht bei Direkterhebung

  • Art. 14 DSGVO → Informationspflicht bei Dritterhebung

Das bedeutet konkret:
Unternehmen müssen nachvollziehbar und vollständig erklären können:

  • Welche personenbezogenen Daten sie verarbeiten

  • Zu welchem Zweck die Verarbeitung erfolgt

  • Auf welcher Rechtsgrundlage dies geschieht

  • Wie lange Daten gespeichert werden

  • Welche Rechte Betroffene haben

Kurz gesagt: Transparenz wird geprüft, nicht nur auf dem Papier, sondern praktisch.

Niedersachsen beteiligt sich aktiv

Der Landesbeauftragte für den Datenschutz Niedersachsen plant:

  • 15 Unternehmen

  • 5 Kommunen

gezielt anzuschreiben und zu prüfen.

Dabei geht es nicht nur um Dokumente, sondern um echte Prozesse:

  • Wie werden Betroffene informiert?

  • Wann erfolgt die Information?

  • Sind die Inhalte verständlich und vollständig?

  • Wie ist die Umsetzung organisatorisch geregelt?

Warum das für Unternehmen jetzt kritisch ist

Die Aussage von Denis Lehmkemper bringt es auf den Punkt:

Transparenz ist die Grundlage dafür, dass Betroffene ihre Rechte überhaupt wahrnehmen können.

Für Unternehmen bedeutet das:

→ Es reicht nicht mehr, „irgendwo eine Datenschutzerklärung“ zu haben
→ Standardgeneratoren ohne Anpassung können problematisch werden
→ Prozesse müssen zur Praxis passen (nicht nur juristisch, sondern operativ)

Europaweite Abstimmung – mehr Druck, mehr Vergleichbarkeit

Insgesamt beteiligen sich 25 Datenschutzaufsichtsbehörden an der Aktion.

Das Ziel:

  • Vergleichbare Ergebnisse in ganz Europa

  • Einheitlichere Bewertung von DSGVO-Umsetzungen

  • Gezielte Folgeprüfungen und Maßnahmen

Die Ergebnisse werden in einem gemeinsamen Bericht des EDSA zusammengeführt.

Was Unternehmen jetzt tun sollten (Praxis-Check)

Wenn du das Thema ernst nimmst (und solltest), prüfe jetzt:

1. Datenschutzhinweise (Website & Prozesse)

  • Sind alle Verarbeitungen abgedeckt?

  • Sind sie verständlich formuliert?

  • Stimmen sie mit der Realität überein?

2. Interne Prozesse

  • Wann werden Betroffene informiert?

  • Gibt es standardisierte Abläufe?

  • Wer ist verantwortlich?

3. Spezialfälle

  • Bewerberdaten (Art. 13 / 14!)

  • Tracking / Marketing / Tools

  • Social Media & Joint Controllership

4. Dokumentation

  • Nachweisbarkeit (Accountability!)

  • Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten (VVT)

  • TOMs & Prozesse

Typische Schwachstellen (aus der Praxis)

Viele Unternehmen haben aktuell Probleme bei:

  • Unvollständigen Datenschutzerklärungen

  • Fehlender Information bei indirekter Datenerhebung

  • Widersprüchen zwischen Website und tatsächlicher Nutzung

  • Tools ohne korrekte Einbindung (z. B. Tracking, Plugins)

  • Copy-Paste-Lösungen ohne Anpassung

Genau hier werden Aufsichtsbehörden hinschauen.

Fazit

Die CEF-Aktion 2026 zeigt deutlich:

Datenschutz wird operativ geprüft, nicht nur formal.
Transparenz ist kein „nice to have“, sondern Prüfungsmaßstab.

Unternehmen sollten die Gelegenheit nutzen, ihre Prozesse jetzt zu überprüfen, bevor eine Anfrage der Aufsichtsbehörde kommt.

Offizielle Pressemitteilung

Weitere Details findest du hier:
https://lfd.niedersachsen.de/startseite/allgemein/presseinformationen/